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Besserer Midi-Sound, Teil II – Soundfonts in Windows mit Timidity

Achtung: Dieser Post ist schon etwas älter, und inzwischen habe ich einen neuen mit einer moderneren und etwas unkomplizierteren Lösung geschrieben. Du findest ihn hier.

Auf einen Kommentar zu meinem Debüt-Post „Besserer Midi-Sound“ hin habe ich mich nochmal näher mit Timidity für Windows auseinandergesetzt. Damals hatte ich das Programm einfach nicht verstanden. Aber durch die kontinuierliche Beschäftigung mit der Materie während des letzten Jahres hat sich bei mir offensichtlich ein besseres Verständnis dafür entwickelt. ;) Jedenfalls habe ich diesmal binnen weniger Minuten herausgefunden, wie man mithilfe von Timidity Windows dazu bringen kann, sämtliche Midi-Sounds über eine Soundfont abzuspielen.

Bei meinen Tips vom letzten Jahr funktionierte das Ganze immer nur in speziellen Wiedergabeprogrammen wie XMPlay oder SynthFont. Diesmal aber wollen wir Timidity als Windows-Midi-Treiber installieren und ihm dann sagen, daß es zum Abspielen unsere Lieblings-Soundfont verwenden soll. Auf diese Weise packt man das Problem gleich bei der Wurzel, sodaß Midis dann grundsätzlich in jedem beliebigen Player oder Programm über die Soundfont wiedergegeben werden.

Zuerst lädt man twsynth twsynth runter. Dabei handelt es sich ganz einfach um ein für Windows fertig kompiliertes Timidity. Ich habe mich der Einfachheit halber für die englische .exe-Datei englische .exe-Datei entschieden. Wichtig: Während der Installation das Häkchen bei „Timidity++ Driver“ setzen!

Wenn das geschafft ist, fehlt nur noch eine Kleinigkeit: Man muß Timidity über eine Config-Datei mitteilen, welche Soundfont es zum Abspielen von Midis nun verwenden soll. Dazu erstellt (oder öffnet) man im Installationsverzeichnis die Datei timidity.cfg und trägt darin z. B. folgendes ein:

dir "E:\Eigene Dateien\Soundfonts"
soundfont CrisisGeneralMidi1.8.sf2 order=0

Die erste Zeile gibt also den Pfad zur Soundfont ein und die zweite den Dateinamen. Jetzt muß man nur noch in den Windows-Midi-Optionen („Systemsteuerung“ → „Sounds und Audiogeräte“ → „Audio“) den „Timidity++ Driver“ als Treiber auswählen. Das war’s schon! Einfach, oder?



Kommentare

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  1. 15. Januar 2011
    9:36 Uhr

    Ginchen flag

    Dabei ist noch zu beachten das für den timidity Treiber nicht die Konfigurationsdatei im Installationsverzeichniss (…) relevant ist.

    Du bist ja jetzt schon der Zweite, der das schreibt – seltsam, denn bei mir war das damals (als ich das hier geschrieben hab‘) definitiv die .cfg im Installationsverzeichnis, über die ich alles eingestellt habe! Das muß ich mir nochmal genauer angucken. Vielleicht ist es ja auch unter XP anders gewesen als später unter Vista/7?

  2. 15. Januar 2011
    2:52 Uhr

    Stefan flag

    Danke für die gute zusammenfassung über Midisound und wie man ihn schöner bekommt.
    Vielleicht bekomm ich es ja doch hin TuxGuitar erträgliche Töne zu entlocken. :)

    Wegen des Delays bei der Verwendung des timidity Treibers, in der Datei timiditydrv\windrv.txt wird die Einstellung
    #extension opt –rtsyn-latency=
    erwähnt. Default soll 0.2 sein, zumindest ein hochstellen hat eine Auswirkung. :)

    Dabei ist noch zu beachten das für den timidity Treiber nicht die Konfigurationsdatei im Installationsverzeichniss, sondern die Konfigurationsdatei im Windowsverzeichniss (C:\windows\timidity.cfg;c:\winnt\timidity.cfg;o.ä.) relevant ist.

  3. 5. Januar 2011
    13:13 Uhr

    Ginchen flag

    Danke für den Hinweis. 10 Euro kann man für sowas natürlich wirklich mal ausgeben. :)

    Ich muß aber dazu noch sagen, daß dieser Post natürlich in Anlehnung an meinen ersten Midi-Post entstanden ist, in dem es ganz gezielt darum ging, als vollkommen Midi-Unerfahrener ohne jegliche neue Hardware einen besseren Klang zu erreichen. Auch von irgendwelchen Delays merkt ein laienhafter Nutzer bei seinen eher einfachen Anwendungen überhaupt nichts. Viele Verzweifelte, die bloß mal eine kleine Midi-Datei in einem etwas schöneren Klang abspielen wollen, trauen sich an diese Software-Lösung sicher eher heran als an eine neue Karte. Deshalb findet sich in meinem Post nichts über solche Soundkarten oder andere Hardware-Lösungen.

  4. 5. Januar 2011
    12:58 Uhr

    r-zwo flag

    Mit der angebotenen Timidity-Version habe ich immer einen Delay von einigen hundert Millisekunden. Soundfont-fähige Soundkarten von Creative/E-MU gibts bei Ebay inzwischen für unter 10 Eur. Zusammen mit den alternativen Treibern http://kxproject.com/ mit Zugriff auf den DSP taugt das richtig.

    Grüße
    r-zwo

  5. 1. Oktober 2010
    1:06 Uhr

    Virtualangel flag

    danke euch für die tolle anleitung
    jetzt mal n kleiner beitrag von mir

    das passwort für die soundbank wurde geändert
    das neue lautet

    chambourcy

    auch wenn ich mich dafür registrieren musste ;)
    macht weiter so
    grüße aus nürnberg

  6. 13. September 2010
    20:27 Uhr

    Michael flag

    Hi Ginchen,
    vielen Dank für diesen tollen Blog und die Tipps! Auch an die anderen.
    Grüße

  7. 28. Mai 2010
    20:14 Uhr

    Dominik flag

    Ja danke nochmal :-) Naja das Programm benutz ich nur weil ich kein Klavier zuhause stehn hab, aber mit nem echten Klavier ist es am besten, das Computer Gedüdel sind halt doch synthetische Klänge die nicht so facettenreich sind…aber diese Midis bei Crisis klingen schon ziemlich krass! Kein Vergleich mit vorher, das ging ja gaaarnicht.

    Noch ein dickes Lob für deine schöne Homepage/Blog!!

  8. 28. Mai 2010
    17:37 Uhr

    Ginchen flag

    Gehörbildung am PC! Wow, so einen Luxus hatte meine Mutter damals in den 70ern noch nicht. :D Die mußte das alles noch fein am Klavier machen. :D

    Also, daß man sich bei Crisis anmelden muß, um es zu entpacken, ist neu. Wie auch immer, ich habe es gerade mal gemacht, und da ich es total bescheuert finde, daß man sich dafür registrieren soll, verrate ich hier einfach mal das Paßwort:

    chambourcy

    Welche die „beste“ Soundbank ist, kann ich nicht so genau sagen, da ich nicht sooo viele verschiedene ausprobiere/nutze. Ich habe einfach seit langem Crisis 3, die ist groß, deckt alle Instrumente ab und klingt gut. :) Die meisten anderen, die man so findet, beinhalten nicht alle Instrumente oder klingen wieder fast genauso wie MS-Midi.

    So, dann wünsche ich viel Erfolg beim Musikstudium! ;)

  9. 28. Mai 2010
    16:46 Uhr

    Dominik flag

    VIELEN VIELEN DANK!!! Ich will Musik studieren, und habe mir ein Gehörbildungsprogramm zugelegt. Ich habe damit jetzt 2 Tage verbracht, es geht zwar, aber die piepsigen Miditöne sind eine Schande für jedes Ohr, und ich kann so nicht entspannt die Übungen weiter machen. Jetzt habe ich das Ganze so wie von Lars Alpers beschrieben heruntergeladen und installiert, und es funktioniert tatsächlich systemweit auf allen Programmen meines Computers. Und siehe (äh…höre) da, da klingt plötzlich mal was, was man schon eher als Klavier bezeichnen kann! Ich lade mir jetzt noch Crisis General Midi 3.01 runter, mal sehen obs da noch realistischer klingt….die von euch die das Crisis verwenden, musstet ihr euch da auch erst im Forum anmelden um die rar. Dateien zu öffnen? Das Forum kann er bei mir nicht öffnen. Welches ist eurer Meinung nach die beste Midi Soundbank?
    Nochmal vielen Dank, DAS ist wirklich mal etwas Nützliches, frag mich warum da Microsoft nie was dran verbessert hat…

  10. 14. April 2010
    12:02 Uhr

    ruebennase19 flag

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die hervoragenden Hinweise.

    Habe Dank dieser Seite unter Windows 7 (64-bit) alles zum Laufen bekommen.

    Nun ein kleiner Hinweis für die, die auch einen Einsatz unter Windows 7 mit 64-bit planen.

    Die Datei „PLWMidiMap.cpl“ für den MIDI-Mapper Putzlowitschs V.0.93 muss
    in den Windows-Systemordner „SysWOW64“.
    z.B. „C:\Windows\SysWOW64\“

    Schöne Grüße

    ruebennase19

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