Dez
2009
Freud, Patanjali und die Triebe
Nachdem ich nun sehr lange nicht mehr von mir habe hören lassen – im November erforderte ein Kurzgeschichtenwettbewerb meine gesamte Schreiblust –, soll es heute mal ungewohnt philosophisch werden.
Ich habe mich schon immer über Sigmund Freud und seine bescheuerten Theorien aufgeregt. Zugegeben, ich habe keins seiner Werke selbst gelesen, aber was ich so aus verschiedenen Artikeln oder aus dem Lexikon über seine Auffassungen weiß, widerstrebt mir zutiefst, ja, es verärgert mich regelrecht. Ich spreche hier ganz besonders von seiner Idee der Sublimierung. Diese besagt, daß sämtliche geistigen oder kulturellen Leistungen der gesamten Menschheit nichts weiter sind als umgewandelte Triebwünsche. Malt jemand ein wunderschönes Bild, so ist das vielleicht nichts weiter als ein sublimierter Sexualtrieb. Schreibt jemand ein Musikstück – und sei es auch ein noch so friedliches Adagio – dann handelt es sich dabei möglicherweise um sublimierte Gewalt und Aggression. Weltliteratur, Hollywood, moderne Staatsformen, die Landung auf dem Mond – alles Ergebnisse umgewandelter Triebe.
Also, ich persönlich weigere mich vehement zu glauben, daß alles, was ich tue, irgendwelche animalischen Triebe zur letzten Ursache hat.


