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Schenken

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Eigentlich habe ich ja mit all der weihnachtlichen Gemütlichkeit, Wärme, Herzlichkeit, Heimeligkeit, Liebe und diesem ganzen Zeug nicht soviel am Hut. Deswegen hatte ich auch nicht so etwas wie einen „Weihnachtspost“ geplant. Aber gestern erinnerte mich meine Mutter an ein schönes Gedicht, das ob seines Themas natürlich gut in die Weihnachtszeit paßt. Drum sei diese kleine literarische Einlage nun mein Weihnachtspost.

Schenken

Schenke groß oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
Sodaß die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Daß dein Geschenk
Du selber bist.

(Joachim Ringelnatz)

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