Dummheit

Achtung! Gift in Deo und Zahnpasta!

Deo - Hygieneartikel der Verdammnis.

Deo - Hygieneartikel der Verdammnis.

Ihr habt richtig gelesen: Die Benutzung von Deodorants kann Euch eine Aluminiumvergiftung einbringen, und mit Eurer fluorhaltigen Zahnpasta putzt Ihr Euch ins eigene Grab! – Solche und ähnliche Panikmachen werden immer wieder von dummen Menschen übers Internet verbreitet, um dann von noch dümmeren ernstgenommen zu werden. Und wenn diese „Fakten“ dann irgendwann auch noch den Weg auf die Homepages irgendwelcher blöder Homöopathen, Heilpraktiker u.ä. finden, so betrachtet der Otto-Normal-Idiot dies natürlich nochmal als zusätzliche Bestätigung seitens einer glaubwürdigen Autorität.

Also, meine lieben Freunde der unkritischen Aufnahmebereitschaft und ungeprüften Verbreitung von Pseudowissen! Gehen wir der Sache mal auf den Grund: Fluor ist ein Halogengas, und Aluminium ist ein Metall. Kommt Euch beim Aufschrauben der Zahnpastatube etwa jedesmal ein Schwall Gas entgegen? Und sind in Euren Deos kleine Metallsplitter? Nun, in meinem sind jedenfalls keine. Wäre ja bestimmt auch unangenehm kratzig unter den Armen, nicht wahr …
Was wirklich in der Zahnpasta und in vielen Deos enthalten ist, sind Fluorid und Aluminiumchlorid. Ich hatte in der Schule zwar nur eine Vier in Chemie, und das Fach hat mich alles andere als interessiert, aber selbst ich war in der Lage, mir zu merken, daß alles, was auf „-id“, „-it“ oder „-at“ endet, ein Salz ist.

Nun denkt Ihr vielleicht: „Ist ja gut, du Klugscheißerin. Dann lauten die korrekten Namen der Stoffe eben anders – trotzdem sind sie giftig!“
Dazu sage ich einfach mal folgendes: Aluminiumchlorid kann sich jeder, der Bock hat, in der Apotheke kaufen. Es ist nicht verschreibungspflichtig. Und nun lasse ich Euren nicht an aktive Benutzung gewohnten Gehirnen einen kurzen Moment Zeit, darüber nachzudenken, was das bedeuten könnte in einem Land, in dem so ziemlich alles verschreibungspflichtig ist, womit man sich selbst Schaden zufügen könnte. Na, kommt Ihr drauf? – Richtig! Das Zeug ist einfach nicht gefährlich. Natürlich sollte man es nicht unbedingt pur saufen oder so. Aber das sollte man mit Spiritus, Zitronensäure oder Rohrreiniger ja auch nicht machen. In einem Deodorant ist Aluminiumchlorid aber nur in Konzentrationen von etwa 10–30 % enthalten, und das kann allerhöchstens zu einer leichten Hautreizung führen, wenn man besonders empfindliche Haut hat.

Was die Fluoride angeht: Die sind zwar tatsächlich verschreibungspflichtig, aber wie man der oben verlinkten Arzneimittelverschreibungsverordnung entnehmen kann, gibt es genaue Bedingungen, unter denen es eben doch frei verkauft werden darf. Zitat:

Fluoride, lösliche,
 – sofern nicht auf Behältnissen und äußeren Umhüllungen eine Tagesdosis angegeben ist, die einem Fluorgehalt bis zu 2 mg entspricht –
 – ausgenommen in Zubereitungen als Gel zur lokalen Anwendung an den Zähnen in Packungsgrößen bis zu 25 g, sofern auf Behältnissen und äußeren Umhüllungen angegeben ist, dass die Anwendung auf Erwachsene und Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensjahr sowie auf eine einmalige Dosis pro Woche, die einem Fluorgehalt bis zu 7 mg entspricht, beschränkt ist –

Nun wißt Ihr, warum „Elmex Gelée“ immer nur in so winzigen Tuben – zufälligerweise exakt 25 g – angeboten wird und warum man es nur einmal wöchentlich und erst ab sechs Jahren benutzen soll.

Salz - der weiße Tod.

Salz - der weiße Tod.

Die tödliche Dosis Aluminiumchlorid beträgt etwa 3,45 g pro Kilogramm Körpergewicht.[1] Eine Person von 70 kg müßte also 241,5 g Aluminiumchlorid verzehren, um zu sterben. Oder anders gesagt: Sie müßte sich je nach Konzentration vier bis zwölf durchschnittlich große Spraydosen ihres Lieblingsdeodorants in den Rachen sprühen.
Bei den Fluoriden liegt die mögliche tödliche Dosis bei 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht.[2] Der Fluoridgehalt von Zahnpasta bewegt sich ungefähr um die 100 mg pro Tube, und das 500-Gramm-Päckchen Salz in meinem Küchenschrank ist laut Packungsangabe mit etwa 235–320 mg Fluorid versetzt. Um zu sterben, müßte o.g. Person also drei bis vier Tuben Zahnpasta auslutschen oder ein ganzes 500-Gramm-Paket Salz auf einmal runterkippen – obwohl ich bezweifle, daß es dann wirklich das Fluorid wäre, an dem sie sterben würde. Die sichere toxische Fluoriddosis wird übrigens noch 7–13 mal höher angesetzt.

Es gilt wie so oft der schon von Paracelsus erkannte hormetische Effekt:

„All Ding‘ sind Gift und nichts ohn‘ Gift; allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist.“

Man kann sich auch an Wasser totsaufen, mit Vitamin C sein Krebsrisiko fördern oder sich an dem grünen Teil der Tomate tödlich vergiften, wie ich bereits vor einiger Zeit überzeugend dargestellt habe. Alles eine Frage der Dosis.

So. Ihr könnt mir nun entweder glauben oder Euch wieder Eurem Leben jenseits aller Medienkompetenz zuwenden, indem Ihr die Mailboxen Eurer Freunde, Bekannten und Arbeitskollegen mit der Geschichte der seit Jahren verschollenen kleinen Lisa penetriert oder die Knochenmarktransplantation des armen, todkranken Kevin durch eine großzügige Spende unterstützt. Ach ja, und vergeßt nicht, jede ICQ‑ oder Facebook-Nachricht, die Euch dazu auffordert, an fünfzehn Leute weiterzuschicken. Sonst werdet Ihr gelöscht. Für immer.

Links:
  1. Aluminiumchlorid  – Wikipedia
  2. Fluorose  – Wikipedia

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  1. 4. Januar 2010

    Lars Alpers GERMANY

    Nichts ist unendlich – mit Ausnahme der Leichtgläubigkeit der Massen.

    Kennst Du noch die Mails mit den Warnhinweisen zu angeblich gerade frisch entlaufene Computerviren. Damit wurde ich vor einigen Jahren ständig von ehrlich besorgten Freunden und Bekannten beglückt.
    Verschont wurde ich erst als ich das folgende Mail an jeden von ihnen schickte:

    ACHTUNG!! GEFÄHRLICHSTES VIRUS ALLER ZEITEN ENTDECKT !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    (rette sich wer kann…)

    Die Firma Microsoft (oder Opel Rüsselsheim oder Mc Donalds oder Mutter
    Beimer oder der Papst oder… eigentlich völlig egal…)
    warnt vor einem besonders heimtückischen und gefährlichen Virus!

    Auf den Rechner des Opfers gelangt das Virus (wie immer) über das
    (allmächtige und abgrundtief böse) Internet.

    Ist der Rechner einmal befallen, so macht sich das Virus rücksichtslos in
    Ihrem Leben breit. – Es wird die Festplatte auffressen, sämtliche Software löschen und die
    gesamte Hardware zerstören. – Es wird beim Rauchen in Ihre Tastatur aschen, ihre CD-Sammlung
    durcheinander bringen, Ihre Lieblings-CD´s zerkratzen und das letzte Bier
    austrinken. – Es wird im Keller das Licht brennen lassen, mit dreckigen Schuhen über den
    neuen Teppich laufen und auf der Toilette absichtlich auf die Klobrille
    pinkeln. – Es wird betrunken mit Ihrem Wagen fahren, mit Ihrer Kreditkarte im Puff
    bezahlen, auf den Beifahrersitz kotzen, Sie bei Ihrem Chef anschwärzen,
    Ihnen Ihre Freundin ausspannen, ihren Wahlzettel klauen und unter Ihrem
    Namen FDP wählen.

    Microsoft (Firmenname ist austauschbar…) stuft das Virus als sehr ernst ein und über 100
    Milliarden Geschädigte heulen schon Rotz und Wasser.

    Bitte zögern Sie nicht, dieses Mail unverzüglich unter allen Menschen, von
    denen Sie jemals gehört haben oder die einen kennen, der schon mal von
    jemandem gehört hat, zu verteilen.

    Zum Entfernen des Virus müssen Sie sofort (nachdem Sie dieses Mail in der
    Welt verbreitet haben) Ihren Computer aus möglichst großer Höhe auf einen
    Steinboden fallen lassen.

    DAS hat dann – hoffe ich – wirklich keiner mehr geglaubt ;-)

  2. 4. Januar 2010

    Ginchen GERMANY

    (…) unter allen Menschen, von denen Sie jemals gehört haben oder die einen kennen, der schon mal von jemandem gehört hat (…)

    Hihi, das gefällt mir am besten. :D

  3. 8. Juni 2010

    Gräf Christian GERMANY

    Schade daß das Internet auch solchen Arschlöchern wie Dir offen steht.

  4. 8. Juni 2010

    Ginchen GERMANY

    Ooooh, buuhuu! Fühlt sich da etwa jemand ertappt? Bist Du vielleicht einer der vielen, die heute wieder mal über Google mit dem Suchbegriff „gifte in deos“ hierher gelangt sind, weil sie tatsächlich daran geglaubt haben?
    Außerdem: Schonmal was von Satire gehört? ;)
    Und schließlich: Du bist es doch, der hier meint, zu Kraftausdrücken greifen zu müssen – nicht ich.

  5. 9. Juni 2010

    KM GERMANY

    …es ist eine Freude…es gibt neben unserer „Lena“
    auch noch tiefsinnige blonde „Ginchens“!!!

    Ein „Gräf Christian“ soll in die von ihm geliebten
    Löcher kriechen!

    So kommt man beim Googeln wegen einer externen Festplatte als USB-Ersatz, auf eine wirklich gut gemachte Blogseite…nach Burscheid und liest gute Texte und freut sich!!!

    Aber bitte die Brille kaufen, oder die Haare von dem linken Auge so ab und zu wegnehmen…

    ciao aus Muc

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